Tierphysiotherapie / -osteopathie

Falls sich der ein oder andere vielleicht frägt, ob Physiotherapie beim Hund, Katze oder Pferd sinnvoll ist, hier eine kleine Erklärung! Bei uns Menschen ist es inzwischen üblich, und gehört bei vielen Erkrankungen zum Therapieplan, dass wir zusätzlich zur Schulmedizin unterstützend auch mit Physiotherapie arbeiten! Bei einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung nach einer Verletzung oder Unfall, einer Operation oder durch degenerative Veränderungen (z.B. Arthrose) wird der Heilungsverlauf, mit Hilfe von gezielten Methoden, Anwendungen und Therapien unterstützt. Also warum sollte es bei unseren vierbeinigen, treuen Begleitern nicht auch sinnvoll und hilfreich sein. Auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie man, abgesehen von Schmerzmitteln und anderen Medikamenten, eine Reduktion der Schmerzen, eine Zunahme der Beweglichkeit, eine bessere Durchblutung, …. erreichen kann!

 

Der erste Termin

In der ersten Behandlungseinheit erstelle ich einen ausführlichen Anfangsbefund, der sich aus der aktuellen Problematik, den Vorerkrankungen, einem Tast- und einem Sichtbefund, sowie einem Erstgespräch, mit Ihnen, als Besitzer, zusammensetzt. Jeder Therapieplan ist speziell auf Ihr Tier zugeschnitten. Bitte halten Sie zu diesem Termin ihre tierärztlichen Unterlagen (Diagnose, Röntgenbilder, etc.) bereit.

Nicht immer lassen sich alle Tiere gleich auf eine ausführliche Befundung, von mir als Fremde ein. Sollte ihr Hund zu der Sorte "Angsthase" oder „Macho“ gehören, der sich von Fremden nicht anfassen lassen mag, scheuen Sie sich dennoch nicht mich zu kontaktieren. Im Gegenteil! So eine Information vorab ist sehr Wertvoll. In manchen Fällen kann ein Maulkorb helfen die Situation zu entspannen und es steht einer ordentlichen Untersuchung oder Behandlung nichts im Wege! Keine Angst! Ich stempele keinen Hund ab nur weil er einen Maulkorb trägt! Ich schätze diese Art von Verantwortungsgefühl bei den Haltern!

 

Physiotherapie

Die verschiedenen Anwendungsbereiche der Physiotherapie helfen dabei, die körperliche Bewegungs- und Funktionsfähigkeit zu verbessern, wiederherzustellen oder zu erhalten. Auf diese Weise können Beschwerden gemildert werden. Sie dient als eine sinnvolle Alternative oder auch Ergänzung zu einer operativen, bzw. medikamentösen Behandlung. Die Physiotherapie bezeichnet sowohl aktive als auch passive Therapieformen. Bei der aktiven Therapie werden die selbstständig ausgeführten Bewegungen des Tieres zur Vorbeugung oder Heilung von Beschwerden unterstützt. Bei der passiven Therapie erfolgt dies durch die Behandlung des Therapeuten. Im Bereich der Orthopädie werden häufig die manuelle Therapie, die manuelle Lymphdrainage und die gerätegestützte Therapie zur Behandlung herangezogen. Bei der manuellen Therapie kommen bestimmte Mobilisationsübungen und Handgriffe zum Einsatz, dadurch kann unter anderem die Beweglichkeit der Gelenke verbessert und deren Zusammenarbeit mit den Nerven und Muskeln wiederaufgebaut werden. Auch die manuelle Lymphdrainage kommt häufig zum Einsatz. Sie dient dazu, die Entstauung von angeschwollenem Gewebe anzuregen. Zur gerätegestützten Therapie werden verschiedene Hilfsmittel und medizinische Trainingsgeräte genutzt, um zusammen mit dem Tier dessen Beweglichkeit und Kraft zu verbessern.

Sie sollten beachten, dass ihr Tier nicht unmittelbar vor der Behandlung gefressen hat. Nach der Behandlung sollte es ausreichend Gelegenheit haben, sich frei zu bewegen. Vor allem nach einer Lymphdrainage muss der Patient die Möglichkeit haben sich zu lösen! 

Letztendlich ist immer die aktive Zusammenarbeit zwischen Therapeut, Tier und dem Halter entscheidend für den Therapieerfolg. Bei meiner Behandlung mach ich keine Abgrenzung zwischen Physiotherapie und Osteopathie, die Techniken fliesen übergangslos ineinander über und kommen bei Bedarf zum Einsatz!

Indikationen für eine physiotherapeutische Behandlung:

  • Sämtliche orthopädische Erkrankungen, akut oder chronisch, zur Befreiung von Schmerz bzw. der Schmerzlinderung
  • Steigerung von Ausdauer und Kraft
  • Schulung von Koordination und Beweglichkeit
  • Unterstützung des Stoffwechsels und der Durchblutung

und vieles mehr!

 

Osteopathie

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Therapieform bei der der Körper des Tieres in seiner Gesamtheit betrachtet wird. Ein gesunder Körper bewegt sich harmonisch, die Muskeln, Knochen, Faszien, Nerven und die inneren Organe arbeiten gut zusammen. Ist dieses Zusammenspiel gestört, liegt eine Bewegungseinschränkung vor. Bei der Osteopathie werden direkte, weiche Techniken verwendet um Impulse zusetzen, die die körpereigene Funktion der Selbstregulation anregen. Auch wenn eine osteopathische Behandlung landläufig manchmal als „Einrenken“ bezeichnet wird, ist dieser Begriff falsch: Eine Gelenkblockade wird z.B. durch Muskelverspannungen oder Bindegewebsverkürzungen verursacht – sie hat jedoch nichts mit einem „ausgerenkten“ Gelenk zu tun.

Sie sollten beachten, dass ihr Tier nicht unmittelbar vor der Behandlung gefressen hat. Nach der Behandlung sollte es ausreichend Gelegenheit haben, sich frei zu bewegen. Zwei Tage lang nach der Behandlung sollte der Patient nicht auf Turnieren starten und auch keinen starken körperlichen Trainingsbelastungen ausgesetzt werden, da sein Körper Zeit benötigt, um sich auf das veränderte Bewegungsgefühl einzustellen.

Letztendlich ist immer die aktive Zusammenarbeit zwischen Therapeut, Tier und dem Halter entscheidend für den Therapieerfolg. Bei meiner Behandlung mach ich keine Abgrenzung zwischen Physiotherapie und Osteopathie, die Techniken fliesen übergangslos ineinander über und kommen bei Bedarf zum Einsatz!

Indikationen für eine osteopathische Behandlung:

  • Rückenschmerzen und -steifheit
  • Bewegungsunlust
  • Probleme beim Treppensteigen oder beim Einsteigen ins Auto
  • Behandlung von Fehlhaltungen und Folgebeschwerden z.B. nach Operationen
  • Unklare Lahmheiten (erst nach einer tierärztlichen Abklärung)
  • Neurologische Störungen

und vieles mehr!

 

Akupunktur

Die traditionelle chinesische Medizin geht davon aus, dass die Lebensenergie in einem bestimmten Rhythmus in Meridianen (Leitbahnen) durch den Körper fließt. Krankheit bedeutet in diesem Fall Störung dieses Energieflusses. Man weiß inzwischen, dass Akupunktur alle wichtigen physiologischen Systeme beeinflusst. Primär wirkt sie über das Zentralnervensystem (ZNS), das auf Bewegungsapparat, Hormonsystem und Herz-Kreislauf-System wirkt. Ziel der Akupunktur ist es, die Ausgewogenheit des Energiekreislaufes wiederherzustellen. Mit Moxibustion (Verbrennen von Beifuß-Blätter) werden Akupunkturpunkte mit einem zusätzlichen thermischen Reiz stimuliert. 

Die Länge der einzelnen Akupunktursitzung ist sehr individuell. Anders als beim Menschen bestimmt hier der Patient die Dauer! Von Vorteil ist es, wenn das Tier vor der Behandlung körperlich, soweit möglich, ausgelastet ist. Das sorgt für mehr Ruhe und Gelassenheit!

Ältere Tiere sollten alle vier Wochen in den Genuss einer Akupunkturbehandlung kommen. Dadurch können sie mehr Lebensqualität erfahren und sie können vielfach ohne Schmerzmittel auskommen. Fragen Sie nach einer 5-er oder 10-er Karte.

Indikationen für eine Akupunkturbehandlung:

  • Degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates (Arthrose/HD/ED)
  • Bandscheibenvorfall
  • Allergien / Hauterkrankungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Zur Anregung des Immunsystems
  • Postoperative Therapie zur Schmerzlinderung
  • Narbenentstörung

und vieles mehr!

 

Blutegeltherapie

Die Blutegelbehandlung ist ein uraltes ausleitendes Verfahren. Sie wirkt Blutreinigend, entgiftend, entstauend und krampflösend. Das von Blutegeln abgesonderte Hirudin wirkt nicht nur an der Bissstelle, sondern insgesamt entzündungs- und gerinnungshemmend. An der Bissstelle kommt es zum Abfluss entzündlicher Flüssigkeitsansammlungen aus dem Körper. In der Regel akzeptieren Hunde und Pferde den Blutegelbiss ohne Abwehrreaktion. Sie tolerieren die Behandlung meist geduldig und sie dösen bei der Behandlung ruhig vor sich hin. Hat der Blutegel fertig gesaugt, dieser Vorgang kann von 60 bis zu 120 Minuten dauern, dann fällt er von alleine ab. Die Wunde, die noch einige Stunden nachblutet, wird mit einem Verband versorgt. Diese Nachblutung reinigt die Wunde und ist ausdrücklich erwünscht.

Der medizinische Blutegel der in meiner Praxis zum Einsatz kommt, wird in der Bibertaler Blutegelzuchtstätte für den medizinischen Einsatz gezüchtet. Der Preis pro Egel richtet sich nach dem aktuellen Verkaufspreis zzgl. Porto.

Indikationen für eine Blutegeltherapie:

  • Arthrose
  • Bandscheibenvorfall
  • Blut Ohr (Othämatom)
  • Ekzeme / Sommerekzem
  • Hämatome
  • Hufrehe / Hufrollenentzündung
  • Lymphatische Stauungen
  • Narben / Operationswunden
  • Rheuma
  • Spondylose

und vieles mehr!

 

Kinesio-Taping

Das Ziel beim Kinesio-Taping besteht darin, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und zu mobilisieren. Das Tape kann auf dem Fell aufgeklebt werden und gibt dann über die Haarwurzeln Signale an die Haut und die damit verbundenen Nerven- und Blutbahnen. Der leichte Zug an den Haaren (Lifting Effekt) kann bereits ausreichen, um Reaktionen des Körpers hervorzurufen. Eine Tape-Behandlung ist hervorragend geeignet um eine physiotherapeutische Behandlung zu ergänzen. Durch eine starke Leimschicht haftet das Tape gut auf dünnem und kurzem Fell (rasieren ist nicht nötig!). Das Fell muss sauber und frei von Fetten/Ölen sein. Im Durchschnitt bleibt das Tape 3 bis 5 Tage haften (abhängig von der getapten Körperregion). 

Indikationen für eine Tape-Behandlung:

  • Aktivierung des Blut- und Lymphkreislaufes bei Schwellungen und Blutergüssen
  • Beeinflussung von Faszien und Muskeln
  • Bei Sehnenverletzungen und Entzündungen
  • Zur Behandlung von Verletzungen des Bewegungsapparats
  • Zur Unterstützung der Gelenk- und Muskelfunktion

und vieles mehr!

 

Kotprobe/Darmparasiten

Kotprobe statt turnusmäßiger Entwurmung! Warum? Kein Mensch würde auf die Idee kommen, einen gesunden Hund mit Medikamenten zu behandeln. Bei der Entwurmung geschieht dies jedoch regelmäßig. 

Viele Hundehalter entwurmen ihren Hund regelmäßig –  vier Mal im Jahr. Hunde haben Würmer: Sie nehmen Wurmeier auf, wenn sie am Kot anderer Hunde oder kontaminierten Böden bzw. Pflanzen schnüffeln, sich wälzen und anschließend das Fell ablecken oder Nagetiere wie z.B. Mäuse fressen. Wurmbefall ist also nicht wie oft angenommen ein Zeichen für schlechte und unhygienische Haltung, sondern ein ganz normaler Begleitumstand artgerechter Hundehaltung mit Freilauf. Die Würmer sind dabei nicht nur für den Hund gefährlich, da sie den Darm sowie innere Organe befallen und schädigen können. Wurmeier können auch vom  Menschen aufgenommen werden, sich zu Würmern entwickeln und dann zu Schäden im Organismus führen. Eine Übertragung erfolgt dabei zum einen direkt über den Kot des Hundes, aber auch z.B. beim Streicheln des Hundes über das Fell, denn Wurmeier befinden sich auch im Speichel des Hundes und können so ins Fell gelangen. Symptome für Wurmbefall beim Hund sind z.B. chronischer Durchfall, wechselnder Appetit sowie Haut- und Fellkrankheiten. Man muss bei der prophylaktischen Behandlung mit Wurmmitteln bedenken, dass es sich dabei um ein Medikament handelt, welches Organismen abtötet. Es ist daher in jedem Fall für den Körper des Hundes eine Belastung. Auch wenn ein Hund nach der Gabe einer Wurmkur keine Auffälligkeiten zeigt, kann es durch die chemischen Inhaltsstoffe des Mittels dennoch zu einer Schädigung kommen. Natürlich ist es fahrlässig, einen mit Würmern befallenen Hund nicht zu entwurmen. Jedoch kann über die Wurmkur keine Vorsorge betrieben werden. Ein gerade entwurmter Hund kann am Nachmittag Wurmeier aufnehmen, wenn er am Kot eines anderen Hundes schnüffelt und damit sofort nach der Wurmkur wieder befallen sein. Eine Entwurmung hilft also immer nur bei Wurmbefall, sie kann keine zukünftige Ansteckung verhindern. Warum sollte man aber einen gesunden Hund, welcher gar keine Würmer hat, entwurmen und ihn so mit all den chemischen Stoffen belasten? Es gibt auch eine Alternative. Über eine Kotprobe kann ich schnell und einfach feststellen, ob ein Hund von Würmern befallen ist oder nicht. Hierzu muss der Kot an drei aufeinander folgenden Tagen aufgesammelt werden. Wird durch die Laboruntersuchung Wurmbefall festgestellt, werde ich sie mit ihrem Liebling an Ihren Haustierarzt überweisen. Dort kann dann ein Wurmmittel verabreicht werden. Handelt es sich um einen sehr geringen Befall, kann man auch einen Behandlungsversuch mit pflanzlichen Mitteln versuchen! Bitte achten Sie aber darauf, dass die Kotprobe nur dann Sinn macht, wenn sie genauso wie eine Wurmkur, in regelmäßigen Abständen von mindestens 3 Monaten durchgeführt wird!

 

Ernährungsberatung (für den Hund)

So individuell unsere Vorlieben, Geschmäcker und Anforderungen am und beim Essen sind, sind sie auch bei unseren Haustieren! Nicht jedem schmeckt alles, nicht jeder verträgt alles und nicht jedem tut alles gut. Für uns selbst entscheiden wir was, wann und wieviel wir essen. Für unsere Vierbeiner müssen wir das tun.

Das Angebot an Hundefutter ist so groß, dass es schwierig ist den Überblick zu behalten! Woher weiß man welches Futter gut für seinen Hund ist, ob es das hält was es verspricht? Was für Anforderungen hat mein Hund eigentlich an sein Fressen. Hat er ein gesundheitliches Problem (Schilddrüse, Übergewicht, …), besteht eine Unverträglichkeit auf bestimmte Bestandteile oder liegt aufgrund seines Alters ein anderer Stoffwechsel und Nährstoffbedarf vor? Dann stellt sich noch die Frage wieviel Aufwand man mit der richtigen Fütterung betreiben will. Ganz ohne Zweifel ist es zeitlich viel weniger Aufwand einen Messbecher Trockenfutter in den Napf zu geben, als für den Hund täglich frisch zu kochen! Auch ist es eine Frage des Platzes, ob man nur eine kleine Nische für ein paar Dosen braucht oder einen mannshohen Gefrierschrank um das Fleisch für einen 50 kg-Hund unterzubringen. Und ein nicht außer Acht zu lassender Aspekt ist die Frage nach dem Budget das man zur Verfügung hat. Wobei ich hier gleich eines erwähnen möchte! Bei weitem ist nicht jedes teure Futter auch gleich gut! Hingegen gibt es selten ein „billiges“ Futter das wirklich empfehlenswert ist.

Man sieht also, dass die Individualität nicht nur vom Hund abhängt, sondern auch ganz viel vom Halter. Ich berate unabhängig, das heißt ich arbeite mit keinem Futtermittelhersteller zusammen. Ich erkläre woran man gutes oder schlechtes Futter erkennen kann, so dass man, egal ob Trockenfutter, Dose, BARF oder frisch gekocht, für den vierbeinigen Liebling das optimale Futter finden kann. Bei Bedarf oder auf Wunsch erstelle ich passend dazu einen Ernährungsplan, der die tägliche Fütterung erleichtert.

Bei Junghunden (bis zum 18. Mon.) ist eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung des Ernährungsplanes Inklusive.

 

Eine Behandlung durch einen guten und gewissenhaften Pferde-, Hunde- oder Katzen-Osteopathen/Physiotherapeuten nimmt gewisse Zeit in Anspruch (etwa 1 1/2 Stunden plus/minus),
also nichts mit „kommen, sehen, ziehen und knacken lassen“…